Restaurierung eines Jugendstiltors in der Erlanger Altstadt
Jugendstiltor in barockem Torbogen
Das Bürgerhaus in der Erlanger Altstadt wurde ca. 1705 erbaut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in die barocke Einfahrt aus Sandstein ein Tor aus Profilstahl, Blechflächen und aufgesetzten Kassetten aus Hespeneisen eingebaut.
Das Oberlicht im Korbbogen ziert ein geschmiedetes Gitterwerk.
Besonders der untere Bereich des Tores war zum Teil stark korrodiert und beschädigt. Die Schließ- und Öffnungsfunktionen waren nicht mehr gewährleistet, Farbe blätterte ab.
Nach Begutachtung und dem Abbau des Tores wurde eine Farbtreppe angelegt. 14 aufeinanderliegende Farbschichten konnten wir freilegen und dokumentieren. Anschließend wurde das Tor in seine Einzelteile zerlegt und sandgestrahlt.
Danach erfolgte die Grundierung mit Konservierungsöl und ein mehrschichtiger Farbaufbau. Fehlstellen in Zarge und Rahmen wurden ergänzt. Das Drahtgitter im Oberlicht wurde entfernt. Die großen Bleche in der Fläche wurden durch neue ersetzt, Zierrahmen und Blechornamente wieder aufgenietet, Torflügel und Zarge gerichtet, Funktionen von Riegel und Schloß wieder hergestellt. Nach abschließender Endbeschichtung konnten wir das Tor wieder in die alte Position einbauen.
Häufige Fragen
Das Jugendstiltor wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in einen barocken Sandsteintorbogen eines Bürgerhauses eingebaut. Es besteht aus Profilstahl, Blechflächen und aufgesetzten Kassetten aus Hespeneisen, ergänzt durch ein geschmiedetes Oberlicht.
Der untere Bereich des Tores war stark korrodiert und beschädigt. Die Schließ- und Öffnungsfunktionen waren nicht mehr gewährleistet, und Lackschichten blätterten ab, weshalb eine umfassende Restaurierung notwendig war.
Nach dem Abbau des Tores wurde eine Farbtreppe angelegt, um bis zu 14 historische Farbschichten freizulegen und zu dokumentieren. Diese Befunddaten halfen bei der originalgetreuen Rekonstruktion des Farbaufbaus.
Das Tor wurde in seine Einzelteile zerlegt und sandgestrahlt. Anschließend wurde es mit Konservierungsöl grundiert, fehlende Stellen in Zarge und Rahmen ergänzt, große Blechflächen ersetzt, Zierrahmen und Ornamente wieder aufgenietet, mechanische Funktionen instandgesetzt und abschließend neu beschichtet.
Weber und Hermann analysierten nicht nur die statische und funktionale Situation des Tores, sondern führten auch eine historische Farbforschung durch, um die originale Farbgeschichte zu verstehen. Die Zerlegung, sandgestrahlte Reinigung, Rekonstruktion fehlender Teile, Wiederanordnung der Ornamente und sorgfältige Endbeschichtung zeigen eine fachliche Tiefe, bei der sowohl die historische Aussage als auch die Dauerhaftigkeit im täglichen Gebrauch berücksichtigt werden.






