Fachgerechte Erhaltung und Rekonstruktion historischer Schmiedearbeit

Jugenstilzaun und Tor

Im Jahr 2011 wurden wir mit der Restaurierung der geschmiedeten Außenanlagen des Anwesens Rennweg 64 in Nürnberg beauftragt. Der frühere Hauptzugang wurde reaktiviert. Neue Torraufhängungen gewährleisten eine maximale Durchgangsbreite zwischen den neu errichteten Pfeilern. Die historischen Zaun-, Tor- und Geländerelemente wurden sorgfältig restauriert, einzelne Felder rekonstruktiv ergänzt, nach Befund neu beschichtet und wieder eingebaut. Die neu angefertigte Seiteneingangstür zitiert einen historischen Torflügel und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Die Außenanlage vermittelt jetzt in ihrer Gesamtheit wieder das ursprüngliche Erscheinungsbild. Im Frühjahr 2013 bekam sie die Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken. 


Häufige Fragen

Das Tor und der Zaun waren über Jahrzehnte starken Witterungseinflüssen ausgesetzt, wiesen tiefgreifende Korrosion und Verlust von metallischem Querschnitt auf. Eine reine Oberflächenreinigung reichte nicht aus, deshalb war eine tiefgreifende Restaurierung notwendig, um Material und Funktion langfristig zu sichern.

Zuerst wurde eine Bestands- und Schadensaufnahme durchgeführt, bei der Substanzverlust, Korrosionsbefall und fehlende Strukturteile dokumentiert wurden. Anschließend definierten Weber und Hermann die notwendigen Schritte zur teilweisen Rekonstruktion, Ergänzung und Konservierung.

Die wichtigsten Arbeitspakete waren:

  • Zerlegen der stark korrodierten Teile
  • Entfernen aller losen Korrosionsschichten
  • Reprofilierung fehlender Metallkanten
  • Rekonstruktion verlorener Elemente
  • mechanische Verbindung und Sicherung
  • materialgerechte Konservierung

Bei der Restaurierung des Jugendstiltors und Zauns wurde nicht einfach ergänzt, sondern sorgfältig auf die ursprüngliche Formensprache geachtet: verloren gegangene Profilkanten wurden nach historischen Befunden rekonstruiert, Oberflächenstrukturen behutsam wiederhergestellt und mechanische Reparaturen so ausgeführt, dass sie in Technik und Ausdruck zum ursprünglichen Jugendstil passen. Durch diese Herangehensweise bleibt die historische Ästhetik sichtbar, während das Objekt technisch dauerhaft gesichert ist.